Seattle

am

Sarah ist am 7.10.2017 in Austin plötzlich und unerwartet an ihrem Herzleiden verstorben. Den folgenden Blog über Seattle hatte sie schon fertig geschrieben und wir haben uns entschieden, ihn in ihrem Namen auch zu veröffentlichen.

Brita und Marcus (Sarahs Eltern)

Seattle

Finally it was time to go to Seattle. One of the cities on my Bucketlist since the beginning. Why? I do not really know why but since I watched all Grey’s Anatomy Seasons it was clear that I need to go.
Okay, da ich nicht mal gemerkt habe, dass ich in Englisch schreibe, lassen wir es einfach mal so stehen und es geht auf Deutsch weiter.
Es war also Zeit, endlich Seattle zu besuchen. Nach einer recht guten Arbeitswoche ging es Freitag Abend los. Reisen sollte ich mit Nancy und Isra, dann würden wir Johana (ein Au Pair, welches wir aus Austin kennen, das aber durch ein Rematch nun in der Nähe von Seattle wohnt) treffen. Außerdem hatte Isra eine Freundin in der Stadt, die er durch ein Austauschprogramm kennt und seit nun knapp zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Um kurz vor 5pm ging es los. Mit gepackter Tasche nahm ich ein Uber zu Nancy’s Haus, von dort fuhr ihre Hostmum uns zum Flughafen. Dort angekommen, erhielten wir von Isra die Nachricht, dass er später kommen würde, weil er erst spät von der Arbeit weg konnte. Also machten wir uns auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Ich lief, wie immer, durch den ersten Part der Sicherheitskontrolle und war dabei, meine Sachen aufs Band zu legen, als ich merkte, wie Nancy hinter mir nicht durch die Passkontrolle gelassen wurde. Warten konnte ich jedoch nicht und lief somit durch und versuchte dann, herauszufinden, was ihr Problem war. Das Problem war, dass ihre kolumbianische ID nicht reichte, um durch die Kontrolle zu kommen. In Amerika ist es üblich, nur mit seiner ID zu reisen, solange es inländische Flüge sind und da Nancy in einer Woche nach Hause fliegen wird, ließ sie ihren Pass lieber zu Hause. Das wurde ihr aber nun zum Verhängnis, denn dem Beamten reichte zur Identifizierung die ID alleine nicht aus. Ein oft aufkommendes Problem für Leute aus bestimmten Ländern, in ihrem Fall Kolumbien. Sie wurde also, nach knapp 30 minütiger Wartezeit von oben bis unten gefilzt, ihr Rucksack komplett auseinander genommen und ihre Schuhe „gesäubert“. Dies Prozedere dauerte circa weitere 25 Minuten, dann durfte sie endlich passieren. Der Witz an der Sache war, dass es nicht das erste Mal war, dass dies passierte, beim ersten Mal reisen in den USA passierte es sogar mit ihrem Pass und ihrer ID. Ihr Spitzname für das Wochenende war nun gefunden (Mrs. Pablo Escobar) und nachdem auch Isra kurz darauf eintraf, brauchte ich keine Bedenken mehr zu haben, vielleicht doch alleine zu fliegen:D. Der Flug selbst startete dann bald und es wurde ein witziger Abend an Board. In Seattle angekommen, gingen wir dann dort etwas essen, anschließend suchten wir unser Airbnb auf, wo wir auch bald schlafen gingen, da es mittlerweile auch in Seattle 12pm war, in Austin sogar schon zwei Stunden später. Am Morgen verließen wir um 8 das Appartement. Erster Stop sollte ein Restaurant oder Café zum Frühstücken sein, das wir in Downtown auch fanden. Das Gute in Seattle ist, dass es ein sehr gut ausgebautes Bussystem gibt, was für uns hieß, dass wir keine Ubers nehmen mussten und so Geld sparen könnten. Nach dem Frühstück ging es dann in den Kerry Park, welcher mehr ein Aussichtspunkt als ein Park ist. Von dort kann man die Skyline sehen, wenn auch momentan durch einen Kran im Bild leicht gestört. Wir machten ein paar Bilder, während wir auf Johana warteten, die bald ankommen sollte. Während wir warteten, trafen wir auch ein deutsches Au Pair aus Bremen in ihrem Reisemonat. Kurz nachdem sie sich verabschiedet hatte, kam Johana und es ging weiter zur Space Needle, um unsere Tickets für den Abend zu kaufen, danach liefen wir wieder Richtung Innenstadt, um das „Greetings von Seattle Mural“ zu sehen. Dies wurde auf eine der Wände eines ehemaligen Parkplatzes gesprüht. Als wir jedoch dort ankamen, sahen wir, dass netter Weise jemand entschieden hatte, eine ca. 2m hohe Mauer mit eingebautem Metalltor davor zu bauen und das Ganze zu einer Event-Location zu deklarieren. Ein kleiner Schlitz war die einzige Möglichkeit, einen Blick hineinwerfen und natürlich Ein Foto von dem Ganzen machen zu können, dann ging es etwas enttäuscht zu Pike Place Market, wo sich auch der erste Starbucks der Welt befindet. Auch wenn ich keinen Kaffee trinke, stellte ich mich mit an, man findet schließlich immer etwas bei Starbucks. Die Schlange war, wie erwartet, auch recht lang, es ging jedoch schnell voran. Mit Kaffe oder anderen Getränken ging es dann auf eine nahegelegene Grünfläche in die Sonne. Dort stieß dann auch Isra’s Freundin Lindsey zu uns. Mit ihr gingen wir dann über den Pike Place Market, sahen „die Attraktion“ des Marktes (an einem der Stände werden Fische durch die Gegend geworfen) und dann zur Gum Wall. Dies ist ein Stück Wand, an dem jeder Besucher sein gekautes Kaugummi an die Wand drückt. Diesmal war dort ein Herz hingedrückt worden, dem schlossen Isra und ich uns an, Nancy wollte nur schnellst möglich wieder weg:D. Dann liefen wir noch zu einer kleinen Aussichtsplattform, von der aus man aufs Wasser schauen konnte. Spontan entschieden wir uns, das Angebot von Lindsey anzunehmen, mit ihr auf die andere Seite zu fahren und bekamen so die ganze Skyline noch einmal zu sehen. Von der anderen Seite war sie zwar kleiner, als vom Kerry Park aus, allerdings versperrten hier keine Krähne oder Bäume den Blick. Ein Stück weiter gab es außerdem einen kleinen Strand. Auch dort fuhren wir hin und genossen die Tatsache, dass es nicht regnete und noch recht warm war. Auf dem Weg zu dieser Seite war Lindsey am Stadion mehr Verkehr als sonst üblich aufgefallen, was uns merkwürdig vorkam,  da die Seattle Seahawks an diesem Wochenende auswärts spielten. Also googelte sie, was es damit auf sich haben könnte und fand heraus, dass Coldplay dort heute Abend ein Konzert geben würde. Und ratet mal, wer sich spontan Karten kaufte und dort hinging?? Wir natürlich. Die günstigsten Karten incl. allem kosteten $40, was nun wirklich nicht viel ist und somit endete der Abend, anstelle mit Kochen, mit einem Konzert. Aber erstmal begaben wir uns noch (ohne Lindsey) auf die Space Needle, schließlich waren die Karten dafür ja schon gekauft und wir wollten uns das auch nicht entgehen lassen. Das Konzert sollte um kurz vor neun losgehen und somit hatten wir genug Zeit. Wir schauten uns also den Sonnenuntergang auf der Space Needle an. Für mich nicht so beeindruckend wie Boston oder New York, aber es war ein schöner Sonnenuntergang und da mein geliebtes Meer so nah war, definitiv einen Blick wert. Nachdem die Sonne so gut wie untergegangen war, liefen wir zurück zu Lindseys Auto, die uns in der Zwischenzeit etwas zu Essen gekauft hatte. Nachdem alle schnell im Auto gegessen hatten, fuhren wir dann mit einem Uber zum Stadion und saßen 15min, bevor es losging, mit etwas zu trinken auf unseren Plätzen. Es war angenehmes Wetter und es wurde ein unvergesslicher Abend. Noch besser, als jeder geplante Abend und selbst Johana, die kein wirklicher Fan von Coldplay ist, konnte so manchen Song mitsingen. Nancy war ursprünglich diejenige, die von der Idee mit Abstand am wenigsten begeistert schien, um sich dann als größter Fan zu outen, der jedes Lied mitsingen konnte. Nachdem der ganze Spaß vorbei war, zogen wir dann noch in eine Bar, um etwas zu trinken, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten. Dort wäre ich dann doch ganz gerne einfach ins Bett gefallen, weil Nancy aber noch ihr Spiel spielen wollte, wurde es eine lange Nacht: Sie hatte eine Packung Jelly Beans gekauft,  in der eine Farbe zwei Geschmäcker haben könnte, einen angenehmen und einen schrecklichen, wie zum Beispiel Zahnpasta, faule Eier oder saure Milch. Das, kombiniert mit Wahrheit oder Pflicht, war für mich dann endgültig nicht meine Welt. Irgendwie überlebte ich den Abend und war froh, als ich endlich ins Bett durfte. Am nächsten Morgen machte Isra sich zum Brunch mit Lindsey und ihrer Familie auf, wir anderen fuhren mit Johana schon mal zur University of Washington, wo sie dann von ihrer Hostfamily abgeholt wurde. Nancy und ich waren dann auf der Suche nach etwas zum Essen, als Isra wieder zu uns stieß. Da es schon kurz nach zwölf war, entschieden wir uns dafür, das Frühstück einfach zu überspringen und gingen direkt zum Mittagessen über.
In dem Restaurant schauten wir dann auch noch ein bisschen Football, allerdings endete das Spiel mehr in einem Timeout und aufeinander-losgehen-Akt, sodass wir nach dem zweiten Quarter aufbrachen. Unser nächster Stop sollte die Bibliothek der University sein (die wie Hogwarts aussieht), allerdings hatte diese am Wochenende geschlossen, was selbst Lindsey, die dort studiert hatte, auf Nachfrage sehr wunderte. Also gingen wir weiter zum kleinen Park der Universität und dann zum steinernen W (Staat Washington) am Eingang. Danach waren wir mit unserem Programm durch, fuhren auf Wunsch von Nancy noch nach Chinatown, wo sie zum Panama Hotel wollte, dann liefen wir zu Starbucks, bevor es noch auf die Suche nach Souvenirs ging. Nachdem wir alle endlich gefunden hatten, was wir wollten, waren wir wieder am Pike Place Market und entschieden uns, nicht ein uber, sondern den Zug zum Flughafen zu nehmen. Wir hatten immer noch genug Zeit und gaben so pro Person statt $30 Dollar für ein Uber, nur $3 aus. Am Flughafen konnte selbst Nancy ohne Probleme die Sicherheitskontrolle passieren (ist schon ein bisschen witzig) und, nachdem ich mir bequeme Sachen angezogen und Isra noch ein bisschen Arbeit erledigt hatte, gingen wir noch zum Essen. Wieder hatten wir ein sehr interessantes Gespräch und so verging die Zeit bis zum Abflug recht schnell, obwohl unser Flug sogar 45min Verspätung hatte. Auf dem Rückflug gab es dann, wie zu erwarten, trotz Nackenhörnchen kaum Schlaf für mich und ich war froh, als wir um 5:15am endlich in Austin landeten. Die anderen beiden hatten wenigstens ein bisschen geschlafen, trotzdem wollten wir alle, wenigstens für ein paar Stunden, ins Bett. Isra sollte an diesem Tag noch, nach einem Meeting, nach Miami fliegen. Für ihn war es also recht wenig Schlaf, Nancy fing erst um 3Uhr nachmittags an zu arbeiten, ich hatte ganz frei. Als ich zu Hause ankam, begrüßten mich Jenny und Korbin dann mit einem guten Morgen, ich unterhielt mich kurz mit ihnen, dann begab ich mich um 6:40am endlich ins Bett.
Als Fazit kann ich nur sagen, jeder sollte Seattle und seinen Charme erlebt haben, ich habe es genossen. Zusammen mit Austin einer meiner Topfavoriten, wenn es ums Wohnen in Amerika geht, auch wenn ich gerne nochmal im richtigen Winter hinfliegen würde, um das Wetter besser beurteilen zu können. Nancy und ich sind uns allerdings einig, dass Sommer in Seattle und Winter in Austin perfekt wären:D.
Liebe Grüße nach Deutschland:)
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