Family Reunion & Houston

Wie ihr alle sicher gemerkt habt, bin ich in den letzten Wochen nicht wirklich dazu gekommen, regelmäßig ein Update zu geben. Das lag zum Einen daran, dass sich Sachen während meines Urlaubs angestaut hatten, die nun erledigt werden mussten und zum Anderen daran, dass ich an den Wochenenden nicht zu Hause war. Unter der Woche habe ich mich nun auch wieder ins Fitnessstudio begeben, was mir meine Freizeit zu Hause dann doch ein wenig verkürzt. In Austin geht es mir weiterhin gut und ich bin froh, dass alles so gekommen ist, wie es ist.
Die letzten beiden Wochenenden erkundete ich dann den Staat Texas noch einmal etwas genauer. Das erste Wochenende fuhr ich mit Jenny und Barrett auf das jährliche Familientreffen nach St. Angelo, 3 Stunden nord-östlich von Austin. Nachdem ich am Freitag schon in der Mittagspause meine Sachen gepackt hatte, machten wir uns um kurz nach 5 auf zu unserer Übernachtungsstation Brady. Dort wohnen Jennys Eltern, die uns gerne Betten zur Verfügung stellten, auch wenn sie selbst schon vorausgefahren waren. Nach einem kurzen Stopp in Marble Falls, um zu Abend zu essen, fuhren wir weiter über Land nach Brady und ich kann nur immer wieder sagen – mich begeistern Roadtrips! Diesmal gab es sogar mehr zu sehen, als Nichts und Wüste, was das Ganze natürlich noch besser machte. Wir fuhren durch kleine Städte, abgeschieden von allem, sahen riesige Ländereien von Farmbetrieben und natürlich eine Ranch nach der anderen. Was ich so toll daran finde ist, dass alles grün ist, Bäume definitiv keine Mangelware sind und das Ganze mit einem Sonnenuntergang, wie wir ihn hatten, filmreif wird. In Brady angekommen, ging es für uns zu allererst zu Sonic, um Wasser zu kaufen, weil es dort bzgl. des Leitungswassers regelmäßig Warnungen wegen radioaktiver Teilchen gibt und wir darauf dann doch verzichten wollten. Am Haus angekommen, bekam ich natürlich eine kleine Führung, durfte mir dann aussuchen, wo ich schlafen möchte und nach kurzem Einfinden schauten wir noch ein wenig TV, bevor alle recht müde ins Bett fielen. Schlafen konnte ich in dem Bett auch sehr gut und es war definitiv die richtige Entscheidung gewesen, diesen Zwischenstopp einzulegen. Am nächsten Morgen ging es früh los nach St. Angelo, nachdem wir Jennys Oma noch schnell einen Besuch abgestattet hatten. Da wir alle super früh wach waren, kamen wir auch pünktlich um 10:30am in St. Angelo an und ich wurde gleich den ersten Familienmitgliedern vorgestellt, die mich alle herzlich aufnahmen. Nach einem kleinen Kaffeekränzchen fuhren Barrett, Jenny und ich zum Essen, da wir kein Frühstück gehabt hatten und das Familienmittagessen im Haus von Jennys Verwandten zwar bald anfangen sollte, Jenny sich jedoch nicht mit 30 anderen Menschen um Essen streiten wollte. Nach dem Essen trafen wir dann auf die anderen und blieben so lange, bis Barrett nicht mehr wirklich Lust hatte, mit den anderen zu spielen, und weil das Haus auch nicht wirklich kindgerecht war, verabschiedeten wir uns und checkten im Hotel ein. Von dort aus fuhren Jenny und Barrett ins städtische Freibad, während ich mich dazu entschied, in meinem Zimmer zu bleiben, weil mein Magen, wie die Tage zuvor auch, nicht wirklich glücklich war und ich mich ein bisschen ausruhen wollte. Später traf ich sie dann am Swimmingpool des Hotels wieder und nach schwimmen, Tischtennis spielen und Unterhaltungen gingen wir, nach kurzem Umziehen, zum Abendessen, anschließend zurück auf die Zimmer und, zumindest für uns, schlafen. Ich schlief dann im wahrsten Sinne des Wortes aus und wachte erst um kurz vor 10 auf. Ich hatte weder Barrett und Jenny gehört, als sie losgingen, um einen Onkel von Jenny zu besuchen, noch die Leute und Musik draußen. Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, war das „Frühstück“ im Hotel dann auch fast zu Ende, was die Auswahl an Essen doch recht einschränkte, mich persönlich aber nicht so sehr störte. Zusammen mit der Oma meiner Hostkids aß ich, danach unterhielten wir uns noch ein bisschen mit Familienangehörigen, bevor diese sich auf den, zum Teil 8-stündigen, Heimweg machten. Irgendwann holten mich Jenny und Barrett dann auch wieder ab (:-D) und es ging auch für uns wieder Richtung Heimat. Auf dem Rückweg erhielt ich dann auch endlich meine Einführung in die wahren texanischen Countrykünstler und wir hatten die ganze Fahrt über unseren Spaß! Zurück zu Hause war das Wochenende dann auch schon wieder vorbei und die nächste Arbeitswoche stand an. Diese war eine ganz besondere Woche, weil es die letzte Woche war, bevor es ernst wurde und Barrett mit Ulrich nach Deutschland flog, um all das Gelernte dann auch endlich mal anzuwenden.Wir kochten nochmal zusammen und lernten ein paar Küchengeräte, übten, wie er nach seinem Lieblingsessen fragt, Fragen stellt und was er am Flughafen sagen könnte. Man konnte spüren, wie die Vorfreude und Aufregung Tag für Tag stieg. Meine Abende waren immer recht voll, mit Gym oder z.B. mittwochs mit dem letzten ‚Blues on the Green‘. Hierzu trafen sich Nancy und ich mit weiteren Freunden, was ich zu organisieren hatte. Es war ein schöner Abend, auch wenn es nicht wirklich unsere Musik war. Freitag Abend ging es dann für mich nach Houston, während zu Hause noch gepackt, gebacken und Familienzeit genossen wurde.
Nach der Arbeit fuhr ich also die 4 Stunden nach Houston. Erneut ein Roadtrip, der in Erinnerung bleiben wird. Kurz vor dem Austiner Flughafen ging die erste Kontrollleuchte an, mal wieder der linke Reifen, der konstant Luft verliert. Kurz nach dem Flughafen ging dann Kontrollleuchte Nummer zwei an und ich war kurz davor, umzudrehen. Es war zwar nur die Warnung, dass ich die Scheibenwischerflüssigkeit auffüllen muss, jedoch bebte es alle 5-10 Minuten, was mich über die Zeit verrückt machte, da ich jedes Mal dachte, das Auto würde gleich explodieren. In Houston angekommen, traf ich mich mit einem Au Pair aus der Schweiz, Janine, das ich noch nie zuvor getroffen, aber durch meinen Rematch-Prozess kennengelernt hatte. Dort angekommen, staunte ich, wie Janine so lebt, ihr Hostdad hat offensichtlich ein paar Dinge im Leben richtig gemacht, wie wir sagen würden:D. Sie wohnt nicht in Houston Downtown, sondern etwas östlich davon, in Seabrook. Dort fuhren wir dann an den Hafen und aßen gemeinsam zu Abend, erzählten uns ein bisschen gegenseitig, wie unser Leben als Au Pair so ist und all den Smalltalk, den man so hat. Überraschend für mich war, dass es nicht, wie gedacht, merkwürdig war, sondern wir uns gleich gut verstanden. Nach dem Abendessen fuhren wir dann zurück zu ihr, erzählten noch ein bisschen und beschlossen, am nächsten Tag nach Galveston zu fahren, bevor wir Downtown fuhren. Galveston liegt natürlich am Meer, allerdings ist es nicht so schön wie in Port Aransas. Es ist ziemlich dreckig und die Strandpromenade hat für meinen Geschmack nichts zu bieten. Nach einem Mittagessen zurück in Seabrook und einer kleinen Pause zu Hause, machten wir uns dann für eine Sightseeing Tour und einen Ausgeh-Abend Downtown fertig. Dort fand eine White-Linen-Party statt, an der mehrere unterschiedliche Bars und Restaurants teilnahmen. Bevor wir diesen Teil des Tages jedoch starteten, besuchten wir zuerst noch den Buffalo Bayrou Park, einen der verschiedenen Parks für Events, Skating, Joggen oder einfach nur Entspannen, auch wenn es in Houston noch wärmer ist als hier in Austin. Außerdem suchte ich mir, wie in jeder Stadt, ein paar Graffiti-Künste aus und besuchte diese. Dann konnte die Nacht beginnen, ich ersparte uns den Kauf von Tickets, indem ich mich dumm stellte und erklärte, dass ich aus Deutschland bin und nur für dieses Wochenende in der Stadt:D. Dann ging es zu meinem ersten richtigen „Pub-Crawl“ und schlussendlich landeten wir mit ein paar Freunden von Janine in den angesagtesten Clubs von Houston, da einer ihrer Freunde dort ein paar Leute kennt. Jaja, jetzt heißt es wieder, ich hab die richtigen Freunde hier und ich kann nur sagen: Ja, manchmal hab dann auch ich mal Glück. Die Nacht war ein Erfolg, der einzige Nicht-Erfolg war, dass Janine, die eigentlich noch wieder zurück nach Seabrook fahren wollte, betrunken war und dann mit einem der Jungs gehen wollte. Aber auch in dem Moment hatte ich Glück, weil gleich beide ihrer Freundinnen (Brenda und Tammy) anboten, mich heimzufahren, so dass ich nicht mit den anderen beiden gehen musste, was für mich auch nicht in Frage gekommen wäre. Auch musste ich so kein Uber nehmen. Zurück in Seabrook verschwand ich schnell ins Bett, versuchte auszuschlafen, packte meine Sachen und wartete, bis ich mich mit Janine am Auto treffen konnte. Dort waren noch ein paar Sachen vom vorigen Tag drin, dann fuhr ich, mit einem kurzen Stopp bei Tammy, zurück nach Austin. Dort angekommen, war ich froh, dass das Auto alles mitgemacht und nicht auf dem Rückweg den Selbstzerstörungsmechanismus ausgelöst hatte. Dieser Trip war sicherlich der merkwürdigste Trip in meiner Zeit hier, trotzdem verbuche ich ihn als Erfolg. Zu Houston kann ich nur sagen, was alle anderen mir schon zuvor erzählten. Es ist keine wirklich schöne Stadt, dreckig und immer noch von Öl-Leuten „regiert“. Für mich bleibt bis jetzt Austin die beste Stadt, mal sehen, was Dallas und San Antonio zu bieten haben.
Auch werde ich versuchen, dieses Wochenende endlich mal wieder up to date mit meinen Blogeinträgen zu werden, da mich Hurricane Harvey und seine Auswirkungen wohl mehr oder weniger zu Hause halten werden. Mehr dazu aber später!

Family Reunion:

 

Houston:

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